Seit Jahrtausenden versucht die Menschheit, dem Geheimnis des Nikolaus bzw. des Weihnachtsmannes auf die Spur zu kommen. Die Kirche hat schon vor Jahrhunderten Theorien entwickelt, und behauptet, er käme durch den Schornstein um den Kindern Geschenke zu bringen. Diese Theorie kann allerdings ausgeschlossen werden, denn oft sind die Geschenke größer als das Innenrohr des Schornsteins. Außerdem müsste irgendjemand mal einen rußigen Weihnachtsmann beobachtet haben.

Die amerikanische Luftwaffe verfolgt den Weihnachtsmann schon seit Jahren mit Hilfe des NORAD-Luftverteidungsnetzwerkes. Sie glauben herausgefunden zu haben, dass Kollege Rupprecht in der Arktis startet, und dann mit einem fliegenden Schlitten, der von Rentieren gezogen wird seine Weg in die USA findet. Allerdings wurden bisher nie Start oder Landung gefilmt, und der Flugweg wurde auch noch nie bis nach Europa verfolgt. Auch diese Theorie darf daher angezweifelt werden. Und außerdem: fliegende Rentiere? Really???

Bei der Klärung des Rätsels um den Weihnachtsmann kann die Fliegergruppe Donzdorf nun einen Durchbruch vermelden: tatsächlich kommt der Weihnachtsmann per Fallschirm! Wir konnten dafür am 30. November eine Reihe von Belegen sammeln, die wir hier aufarbeiten.

Zunächst konnten wir die Landung des Weihnachtsmannes bei EDEKA Gebauer in Salach in Bildern festhalten. Der Nikolaus landete auf einer ca. 40 x 8 Meter großen Fläche direkt vor dem Markt, nachdem die versammelten Kinder mehrmals laut nach ihm gerufen hatten. Natürlich konnte der Weihnachtsmann die Rufe nicht hören, aber unser Fotograf hat beobachtet, dass der Weihnachtsmann Gehilfen mit einem Funkgerät vor dem Markt platziert hat. Augenzeugen bestätigen, dass sie während der Rufe der Kinder die Sprechtaste betätigt haben.

Was die Theorie des Fallschirmabsprungs bestätigt–neben den Bildern, aber die könnten ja gephotoshoppt sein–ist, dass mehrer Augenzeugen übereinstimmend kurz vor der Landung ein Flugzeug gesehen haben das über Salach gekreist ist. Auch flightradar24 hat einen kurzen Ausschnitt des Fluges getrackt, leider nicht über Salach:

Der eigentliche Scoop und die damit einhergehende restlose Aufklärung der Weihnachtsmann-Geschichte gelang der Fliegergruppe allerdings auf dem heimischen Flugplatz. Denn dort konnte das Flugzeug sowie der Weihnachtsmann bei einer Zwischenlandung beobachtet werden, bevor er dann zur nächsten Kinderbespaßung in Süßen wieder gestartet ist. Nix Rentiere und Schlitten! Eine ganz normale Cessna 172 Rocket. Statt den von NORAD vermeldeten sechs Rentieren wird dieses Fluggerät von 210 Pferden angetrieben!

Unser Reporter hatte die Gelegenheit, kurz mit dem Nikolaus und seinem fliegenden Gehilfen zu sprechen, während er den Fallschirm gepackt hat. Der Pilot nannte sich Julian. Er sagte, er habe den Nikolaus in Stuttgart in sein Flugzeug eingeladen–vermutlich kam er dort mittels Airliner aus der Arktis an–und habe ihn dann nach Bonlanden geflogen, wo er das erste mal abgesprungen ist. Leider gibt es von dort weder Augenzeugenberichte noch Bilder. Julian gab weiter an, dass Knecht Rupprecht dann per PKW zurück zum Flughafen kam (wieder keine Schlitten und Rentiere!) und sie dann von dort aus Richtung Salach gestartet sind. Um Sprit zu sparen sind sie dann auf dem Messelberg gelandet, wo wir sie dann getroffen haben. In der Cessna war übrigens keine Tür installiert. Julian: „Deswegen hab ich drei Hosen an, übereinander, und ne Daunenjacke und drei Pullover und Mütze und Schaal und Hanschuhe.“

Der Nikolausdarsteller stellte sich heraus als Klaus Renz, 49 Jahre, wohnhaft in Stuttgart. Klaus springt seit 35 Jahren Fallschirm und hat in dieser Zeit 7400 Sprünge absolviert. Außerdem hat er in dieser Zeit deutsche und Weltmeistertitel gewonnen und mehrere Weltrekorde aufgestellt. Im Rahmen der Kombinationsweltmeisterschaft aus Skifahren und Zielspringen hat er das Landen auf kleinen Flächen erlernt. Wir vermuten, dass er schon damals seine zukünftige Weihnachtsmann-Imitation und die dafür notwendige sichere Landung auf Supermarktparkplätzen vorausgeahnt, und seine heutige Tätigkeit damit von langer Hand geplant hat. Auf die Frage, ob die heutige Landung bei relativer Windstille besonders herausfordernd war, antwortete Klaus: „Um so ein kleines Feld zu treffen, da darf nichts passieren. Die Konzentration muss schon da sein.“

Sowohl der Fallschirmspringer als auch der Pilot gaben an, dass sie diese Aktion schon seit 15 Jahren durchführen. Bei drei Märkten, 15 Jahren, und jeweils mindestens 50 Kindern muss davon ausgegangen werden, dass nun mindestens 2000 Kindern bekannt ist, dass der Weihnachtsmann per Flugzeug und Fallschirm, und nicht per Rentier und Schornstein kommt. Es kann außerdem als sicher angesehen werden, dass es vor Klaus und Julian auch schon andere Leute gab, die diesen Stunt durchgeführt haben. Die Geschichten von Schornsteinen, Rentieren und NORAD-Radarverfolgungen sind wohl einfach nur Fake News.

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