Unser langjähriges Mitglied Heinz Schmid ist mit 74 Jahren verstorben. Mit ihm verliert die Fliegergruppe Donzdorf ein langjähriges und prägendes Vereinsmitglied. Am 18. April 1966 trat Heinz unserem Verein bei. Damit war er über 60 Jahre mit der Fliegergruppe Donzdorf verbunden – eine außergewöhnlich lange Zeit, in der die Fliegerei und unser Verein zu einem festen Bestandteil seines Lebens wurden.

Seine Begeisterung für das Fliegen begann bereits in jungen Jahren. Im Alter von 13 Jahren kam Heinz durch seinen Vater zur Fliegerei, der damals eine Do 27 flog. Schon früh lernte Heinz, dass die Fliegerei nicht nur aus dem eigentlichen Fliegen besteht, sondern auch aus viel Arbeit rund um den Flugplatz. Als der Flugplatz mit Unterstützung der Bundeswehr neu angelegt wurde, packte Heinz an und war an nahezu jedem Wochenende tatkräftig dabei.
Seine fliegerische Laufbahn begann mit dem Segelflug, später kam der Motorflug hinzu. Im Laufe der Jahre flog Heinz viele verschiedene Flugzeugtypen, unter anderem eine Piaggio und eine Seneca II. Seinen Motorflugschein machte er seinerzeit allerdings etwas auf ungewöhnliche Weise – zumindest aus Sicht seiner Frau Karin. Ihr erzählte er, dass er eine Fortbildung bei der IHK besuche. Das klang für Karin plausibel und so war sie vermutlich nicht weiter misstrauisch. Als Heinz schließlich nach Hause kam, hatte er allerdings kein IHK-Zertifikat dabei, sondern einen frisch erworbenen Motorflugschein.
Seine fliegerischen Unternehmungen führten Heinz weit über Donzdorf hinaus. Er unternahm Kurztrips innerhalb Deutschlands, flog quer durch Europa und nutzte sogar in Florida die Gelegenheit, die Gegend aus der Luft zu erkunden – unter anderem von Naples bis zu den Florida Keys. Dabei waren die Reisen nicht immer so komfortabel und technisch unterstützt wie heute. Als Heinz 1982 nach Mallorca flog, gab es noch kein GPS, kein Garmin und schon gar keine elektronische Flugplanung auf Knopfdruck. Navigiert wurde mit Karte, Kurs und Winddreieck. Und weil an Bord nur eine Karte vorhanden war, musste Karin kurzerhand mit einer Straßenkarte bei der Navigation unterstützen. Auch ein Flug mit der Piaggio von Tannheim zurück nach Donzdorf ist vielen in Erinnerung geblieben, denn es fiel die Fahrtmesseranzeige aus. Für Heinz kein Grund, den Rückflug abzubrechen. Ein Vereinskollege flog kurzerhand neben ihm her und gab ihm die entsprechende Geschwindigkeit durch.
Mehr als zehn Jahre hatte Heinz einen Wohnwagen direkt auf dem Flugplatz stehen. Nahezu jedes Wochenende verbrachte er auf dem Messelberg. Der Flugplatz war für ihn damit nicht nur der Ort, an dem man ein Flugzeug startete oder landete – er war ein Stück Zuhause, ein Treffpunkt und ein wichtiger Teil seines Lebens.
Heinz engagierte sich auch organisatorisch im Verein. Im Laufe der Jahre übernahm er verschiedene Ämter. Er war zweiter Vorstand, über lange Zeit Motorflugreferent und auch Wirtschaftsführer. Gerade mit seiner Tätigkeit als Wirtschaftsführer verbinden viele Vereinsmitglieder besondere Erinnerungen. Bei Heinz konnte man ziemlich sicher sein, dass es bei Vereinsveranstaltungen irgendwann Linsen mit Spätzle gab.
Viele Jahre war Heinz außerdem als Flugleiter beim Flugtag auf dem Tower im Einsatz. Dort zeigte sich eine weitere seiner Eigenschaften besonders deutlich: Beim Flugbetrieb verstand er keinen Spaß, wenn es um die Sicherheit ging. Besonders wichtig war ihm, dass die Schranken geschlossen waren – und er konnte das auch konsequent und vor allem lautstark durchsetzen. Wer die Schranke offen stehen ließ, durfte ziemlich sicher mit einer entsprechenden Ansage aus dem Tower rechnen.
Die Fliegerei war für Heinz weit mehr als ein Hobby. Sie war ein fester Bestandteil seines Lebens. Er verfügte über ein großes fliegerisches Wissen, an dem er andere gerne teilhaben ließ. Gleichzeitig konnte Heinz ein guter Zuhörer sein. Wenn er jedoch von einer Sache überzeugt war, dann vertrat er seine Meinung auch mit Nachdruck. Und wenn jemand anderer Meinung war, konnte es durchaus passieren, dass Heinz dies mit seinem unverwechselbaren Spruch kommentierte: „Du Dödel, du.“ Viele von uns werden diesen Satz noch lange im Ohr haben.
Heinz Schmid hat die Fliegergruppe Donzdorf über viele Jahrzehnte begleitet und mitgeprägt. Er hat mit angepackt, Verantwortung übernommen, geflogen, organisiert, diskutiert und vor allem viele Stunden mit seinen Vereinskameraden auf dem Messelberg verbracht. Dabei hat er Spuren hinterlassen – nicht nur in den Vereinsunterlagen, sondern vor allem in den Erinnerungen der Menschen, die ihn kannten.
Wir werden Heinz als leidenschaftlichen Flieger, als engagierten Vereinskameraden und als Menschen mit einem ganz eigenen Kopf und ganz eigenem Humor in Erinnerung behalten. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.



