Jan, Felix und Max haben am Wochenende gemeinsam einen Ziel-Rückkehr-Flug nach Tschechien unternommen, mit dem Discus 2cT, dem Ventus 2cM und dem Nimbus 4M. Damit haben sie (schon wieder!) die DMSt-Vereinswertung und die Liga-Runde gewonnen. Hier sind die Flüge auf Weglide, unten folgt der Bericht von Jan. Herzlichen Glückwunsch, geile Aktion!












Die Idee für einen Zielrückkehr-Flug nach Tschechien kam uns schon am Freitag, als Felix mir geschrieben hat, ob wir zusammen fliegen wollen. Am Samstag schickte er dann die 750-km-Zielrück-Aufgabe. Ehrlich gesagt habe ich zunächst nicht wirklich daran geglaubt, dass das funktionieren könnte – mein Plan war eher ein großes Dreieck rund um Stuttgart.
Nach etwas Recherche haben wir dann, dank Schogglad und Volker, herausgefunden, dass die beiden tschechischen Lufträume TRA76 und TRA77 an dem Tag nicht aktiv sein würden. Damit wurde die Aufgabe plötzlich deutlich realistischer. Beim Aufbauen überzeugte Felix dann zuerst Max von der Strecke – und kurz darauf auch mich. Also dachte ich mir: „Dann probiere ich’s halt einfach.“
Wir drei sind quasi gleichzeitig gestartet. Nach dem Schlepp musste ich allerdings nochmal etwas zurück Richtung Abflugpunkt bei Schnittlingen, wodurch ich direkt leicht hinter Max und Felix lag. Auf dem Ostschenkel wurde der Abstand dann immer größer, zeitweise war ich rund 20 Kilometer hinter den beiden. Zweimal war ich deutlich tiefer unterwegs – einmal nach Wemding und später nochmal bei Beilngries – und das kostete natürlich Zeit.
Kurz vor der Wende konnte ich die beiden aber wieder etwas einholen. Die Wendung lag direkt auf einer Wolkenstraße. Als Max und Felix ein paar Minuten früher dort ankamen, war die Situation noch anders: Sie waren tief und mussten kämpfen. Bei mir lief es dagegen perfekt. Wir hatten starken Westwind mit teilweise bis zu 35 km/h Rückenwind. Damit ging es richtig vorwärts – bis zur Wende hatte ich einen Schnitt von 133 km/h und war nach nur 2 Stunden 50 Minuten an der Wende. Ein paar Kilometer vor der Wende kamen mir die beiden schon entgegen.
Der Flug über Tschechien war landschaftlich richtig beeindruckend. Die Gegend wirkt deutlich dörflicher, mit viel Landwirtschaft und einer ganz anderen Struktur als bei uns. Besonders schön war der Flug über den Orlík-Stausee, eine Staustufe der Moldau – die Landschaft dort war wirklich traumhaft. 😍
Der Rückflug wurde mit dem Gegenwind natürlich langsamer, dafür hatte ich unglaubliche Wolkenstraßen. Ich bin 233 Kilometer komplett ohne Kreisen geflogen. Ich habe versucht, selbst aus dem kleinsten „Schwabbeln“ alles herauszuziehen und extrem langsam durch die Steigbereiche zu fliegen. Irgendwann habe ich mir dann einfach die Challenge gesetzt, gar nicht mehr zu kurbeln – und tatsächlich hat es funktioniert. Diese 233 Kilometer waren mehr als die Hälfte des gesamten Heimflugs. 😂
Ab Cham änderte sich das Wetter dann allerdings deutlich. Die Straßen verschwanden, die Steigwerte wurden schlechter und irgendwann musste ich doch wieder anfangen zu kurbeln. Von dort an hieß es einfach, sich langsam nach Hause zu arbeiten. Zum Glück ließ der Gegenwind etwas nach.
In Neresheim kam dann die entscheidende Frage: Noch einmal an der Konvergenz im Donautal nach Westen verlängern oder lieber direkt über die Schäfhalde heimfliegen und die Aufgabe sicher beenden? Wegen des Abstandes zwischen den Wolkenstraßen gab es für mich eigentlich nur eine sinnvolle Option – also entschied ich mich für die sichere Variante und flog heim. Max und Felix haben dagegen nochmal verlängert.
Trotz Gegenwind hatte ich auf dem Heimweg immer noch einen 86er Schnitt. Am Ende blieb vor allem ein großes Learning: Manchmal muss man Dinge einfach machen, auch wenn sie anfangs unrealistisch wirken.
Da wir alle dieselbe Aufgabe geflogen sind, haben wir als Team richtig viele Punkte gesammelt: Platz 8 in der DMSt-Vereinswertung und die Liga-Runde erneut gewonnen. Persönlich war der Flug natürlich ebenfalls ein riesiger Erfolg – mit dem 750-km-Zielrück-Badge und dem 200-km-ohne-Kreisen-Badge.