Auch beim diesjährigen Jugendlager des BWLV auf dem Flugplatz Berneck bei Bad Ditzenbach durften Teilnehmer der Fliegergruppe Donzdorf nicht fehlen: Tom und ich haben uns für eine Woche intensives Fliegen auf dem Flugplatz der Fliegergruppe Geislingen angemeldet.

Mit freudiger Erwartung und bei bestem Wetter kamen wir freitagmittags auf dem Flugplatz an. Für mich als Neuling unter den Segelfliegern war es das erste Treffen mit Gleichgesinnten außerhalb meines Vereins. Für Tom hingegen ist das ein alter Hut: er war schon auf dem JuLa 2018 in Sinsheim dabei, bei dem er seinen Freiflug meisterte. Nach gegenseitigem Kennenlernen wurde gemeinsam zu Abend gegessen und das erste Briefing abgehalten. Bernd, der Flugbetriebsleiter, erklärte uns die Besonderheiten und potentiellen Gefahren des Flugplatzes: der ein oder andere kennt den Flugplatz Berneck aufgrund seiner besonderen Lage und der einzigartigen, hügeligen Piste, welche durch frühere Zündungen von Kriegssprengkörpern zurückzuführen ist.

Am nächsten Morgen um sieben Uhr rief der Weckdienst mittels einer Sirene zum Frühstück und dem obligatorischen Briefing zum anstehenden Flugbetrieb auf. Um halb neun wurden die sorgfältig verschachtelten Flugzeuge vorsichtig aus der recht kleinen Halle geschoben und auf die Piste befördert, während zur gleichen Zeit die Winde ans andere Ende des Platzes fuhr. Die Schleppseile wurden ausgelegt und überprüft. Dann mein erster Windenstart: da ich bisher nur Starts mit dem „Donzdorfer F-Schlepp“ gewohnt war, war dies natürlich eine ganz besondere Situation. Zu meinem Glück wurde der Flug in einem DuoDiscus durchgeführt, welcher neben der ASK 21 für die Überprüfungsflüge herhalten musste. Fluglehrer Christof „Ovi“ Inger meinte: „Ich mach jetzt den Start. Fühl‘ einfach mit und genieße die ersten Eindrücke!“. Dann ging alles ganz schnell: Seil straff, fertig, frei! Bei circa 400 m AGL klinkte das Seil aus und wir segelten nach zwei, drei Vollkreisen in den Gegenanflug.

Die folgenden Tage liefen größtenteils rund, organisiert und überwacht von Bernd und dem Vereinsvorstand Helmut „Oswald“. Gelegentlich litt der Flugbetrieb unter verwickelten Seilen oder abgerissenen Sollbruchstellen, Alltag bei Windenbetrieb. Es wurden massig Starts auf den Einsitzern (Astir CS77, Ka 8, Ka 6E und Discus) gesammelt. Auch die ASK 21 als Schulungsflieger wurde in der Woche häufig in die Luft gezogen. Das Wetter spielte die meiste Zeit mit, sodass alle Teilnehmer entweder mit oder ohne Sonnencreme eine gute Bräunung davontrugen. Ferner konnte Tom in der Ka 8 und der Ka 6E einige Thermikflüge in der wundervollen Landschaft an der Albkante um den Flugplatz genießen. Und wenn uns das Wetter mal für einen halben Tag einen regennassen Strich durch die Rechnung machte, dann haben wir uns halt in der nahegelegenen Therme in Bad Ditzenbach entspannt. Auch nicht schlecht! Und ein Besuch der Vereinskollegen durfte auch nicht fehlen: Lucas kam mit der Vereins-Piper und Martin, Max, Felix & Tim-Felix schauten mit der Jodel kurz vorbei.

Trotz der großen Zahl an Flugschülern auf der ASK 21 gab es am letzten Tag lediglich einen, der die ersten drei Alleinflüge sicher und erfolgreich abschloss. Dies wurde am Abend von allen Anwesenden traditionell gefeiert.

Damit ging eine ereignisreiche Woche zu Ende, in der viele Erfahrungen gesammelt wurden.

Ein großes Dankeschön an die Organisatoren und Helfer der Fliegergruppe Geislingen.

Text/Bilder: Fabian Passler

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